Hanf Wissen

Information rund um Cannabis, Hanf, Marihuana CBD und THC einfach erklärt

Unser Mutterunternehmen Aphria Inc ist eines der weltweit größten Produzenten von Cannabis. In Deutschland ist Aphria eines von drei Unternehmen, das für und in der Bundesrepublik Deutschland medizinisches Cannabis anbaut und somit zur Grundversorgung von schwerkranken Patienten beiträgt. Als Branchenpionier kultiviert Aphria Inc bereits seit 2014 medizinisches Cannabis unter Umsetzung höchster Sicherheits- und Qualitätsstandards in Kanada. Diese jahrelange Expertise bringen wir nun auch in Form unserer CBD haltigen Produkte ein. 

Aber was ist eigentlich dieses CBD? Und wo liegt die Abgrenzung zu THC? - Diese und weitere Fragen wollen wir im Folgenden aufklären und einen Überblick über das in Deutschland noch so neue Thema vermitteln.

I. Begriffserklärung und Definition Cannabis

II. Das Endocannabinoid-System

III. CBD vs. THC – Unterschied

IV. Terpene und Entourageeffekt

V. CBD Rechtslage

 

I. BEGRIFFSERKLÄRUNG UND DEFINITION CANNABIS

Zur Begrifflichkeit: „Cannabis“ ist das lateinische Wort für Hanf und gehört zur Pflanzenfamilie der Hanfgewächse „Cannabaceae“. In Deutschland und vielen anderen Ländern wird der Begriff Cannabis allerdings oft umfassend für (Nutz-) Hanfpflanzen und THC-haltige Produkte der Pflanze genutzt.

Technisch unterscheidet man aber zwischen (medizinischem) Cannabis und Nutzhanf. Auch wenn beide äußerlich - mit dem ikonischen 7 Blättern - schwer zu unterscheiden sind, liegt der Hauptunterschied im Gehalt des psychoaktiven Wirkstoffes THC [Δ9-trans-Tetrahydrocannabinol] und der daraus folgenden Klassifizierung:

MEDIZINALCANNABIS

Mit dem gemeinhin bekannten und berauschenden medizinischen Cannabis aka. Marihuana aka. Gras sind die getrockneten Blüten von THC-reichen weiblichen Cannabis-Pflanzen (Cannabis Sativa L.) gemeint. Man unterscheidet im medizinischen Bereich die Unterarten Sativa und Indica sowie Hybrid-Züchtungen von beiden. Die Unterarten unterscheiden sich in den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Dabei spielen vor allem die sogenannten Terpene, ein im Blütenharz vorkommender Pflanzenstoff, eine Rolle.

Bei der Obergattung Cannabis wird zwischen männlichen und weiblichen Pflanzen unterschieden. Die weiblichen Pflanzen produzieren während ihrer Blüte Harze. In diesen Harzen befinden sich Cannabinoide (THC, CBD und andere Terpene) in hoher Konzentration.

Die Sativa-Unterart wird als stimulierend und energetisch empfunden und ist zur „Tagesanwendung“ geeignet.

Indica wird als entspannend, stressreduzierend und schlaffördernd bezeichnet und ist eher für die „Abendanwendung“ geeignet.

Die Wirkstoffe selbst findet man in den Blüten-Haaren (sog. Trichome), die als klebriges „Harz" gewonnen werden und eine hohe Konzentration von THC, CBD und mindestens 140 weiteren Cannabinoiden aufweisen. Aus den Blüten werden durch Extraktionsverfahren auch s.g. Vollspektrum-Extrakte gewonnen, die ein bestimmtes Mischverhältnis der Inhaltsstoffe beschreiben. Da in diesen Pflanzen der Anteil an psychoaktiven THC besonders hoch ist, fallen Blüten und Extrakte in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz (BTMG). Ärzte können diese THC-haltigen Blüten und Öle oder die daraus entwickelten Fertigarzneimittel sowie synthetische Cannabinoiderzeugnisse seit 2017 bei schwerwiegenden Krankheiten verschreiben. Sie werden dann über ein spezielles BtM-Rezept (ärztlich verschrieben) durch die Apotheke an Patienten abgegeben.

Als Hasch oder Piece wird oft das gepresste Harz (Haschisch) der Cannabispflanze bezeichnet. Es wird aus den Blüten, aber auch aus mit Harzen besetzten Blättern (s.o.) gewonnen und findet im medizinischen Gebrauch keine Anwendung. Medizinisches Cannabis darf in Deutschland nur durch vom BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) zertifizierten Anbietern unter sehr strengen Auflagen und Sicherheitsvorkehrungen angebaut und vertrieben werden.

Im medizinischen Bereich wird durch strenge Dosierschemata eine medizinische Wirkung z.B. Schmerzlinderung erzielt. Eine berauschende Wirkung wird durch niedrige Mengen und vorsichtiges Eindosieren weitgehend vermieden. Die Verwendung in Kombination beider Cannabinoide, THC und CBD, reduziert ebenfalls das High-Gefühl. 

NUTZHANF

Nutzhanf (oder auch CBD-Hanf, Industrie- oder Faserhanf) ist eine Variation der Pflanze, deren THC-Gehalt unter 0,2% liegt. Damit entstehen weder psychoaktive, berauschende noch andere Wirkungen, die durch das THC ausgelöst werden könnten. Diese Pflanzen sind auch aufgrund ihrer physischen Eigenschaften wie bspw. der starken Faser vielseitig einsetzbar und kommen in diversen Industrien zur Anwendung (z.B. als Kunststoffe, in der Automobilindustrie, als Dämmmaterial in der Bauindustrie, als Faser in der Textilindustrie, zur Treibstoffherstellung, u.v.m.).

Aus den Samen dieser Pflanze kann auch Hanföl durch Pressung gewonnen werden. Dieses wiederum ist reich an ungesättigten Fettsäuren und Eiweiß. Hanfsamen sind auch zum Verzehr geeignet. Nutzhanf wird in Deutschland von Bauern, nach Anzeige bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), auf Feldern angebaut.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Cannabis als Oberbegriff nicht nur die psychoaktive „Droge“ bezeichnet, sondern die gesamte vielfältige Pflanzengattung umfasst. Das „Kiffer-Image“ der Pflanze bröckelt weltweit und die hervorragenden Heilaspekte der Phytocannabinoide kommen zur Geltung. Nicht zuletzt durch die Forschung und durch moderne Verfahrenstechniken wird die Wirkung der Heilpflanze Cannabis immer besser verstanden. Zusätzlich spielt diese Pflanze auch im landwirtschaftlichen Anbau eine entscheidende Rolle.

 

Cannabinoide, die an die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems andocken sind Moleküle, die als natürliche Botenstoffe mit dem Körper interagieren. Sie können endogen (körpereigen) und exogen (von außen zugeführt) sein.

 II. Endocannabidoidsystem und Wirkung der Cannabinoide im menschlichen Körper

Das Endocannabinoidsystem (endogenes Cannabinoid-System) ist Teil des zentralen Nervensystems des menschlichen Körpers. Es handelt sich um ein körperinternes System, welches eine Vielzahl von unterschiedlichen Funktionen im Körper wie Psyche, Emotionen, Nahrungsaufnahme und Schmerzempfinden reguliert und in Balance hält. Insbesondere hat das Endocannabidoidsystem Einfluss auf:

  • Entspannung (Veränderung der Schmerzwahrnehmung, Reduktion von Angst, setzt den Tonus der Muskulatur herunter und wirkt Muskelentspannend),
  • Erholung (fördert den Schlaf und wirkt beruhigend),
  • Schutz (emotional und auf zellulärer Ebene),
  • Vergessen (Löschen von negativen Erinnerungen),
  • Essen (je nach Cannabinoid appetitanregend oder reduzierend).

Spannend sind neue Erkenntnisse über das Belohnungssystem und dem Zwang Drogen zu konsumieren, der durch Cannabinoide reduziert werden kann. Hier werden in den nächsten Jahren viele neue positive Anwendungsmöglichkeiten erwartet.

Es umfasst die sog. Rezeptoren (die bekanntesten CB1 und CB2) und Enzyme. Die Rezeptoren finden sich u.a. auf den Nervenzellen im Körper, im Gehirn und auf den Zellen des Immunsystems wieder. Funktional binden sich die Cannabinoide an die Rezeptoren und regulieren v.a. die Ausschüttung von körpereigenen Botenstoffen der Nervenenden. Wichtige Köperreaktionen werden so reguliert. Meist werden die überschießenden Reaktionen des Nervensystems heruntergeregelt und das Endocannabinoid-System bringt Körperfunktionen wieder ins Gleichgewicht.

Besonders gut wirken die Cannabinoide bei Schmerzzuständen, sie regulieren an verschiedenen Stellschrauben im Körper die Schmerzwahrnehmung und hemmen die Schmerzverarbeitung, so dass chronische Schmerzen behandelt werden können. Sie wirken zudem auf vielfältige Körperfunktionen und beeinflussen Prozesse wie die Regelung des Appetits und die Verarbeitung von Gefühlen. Ferner beeinflussen andere Rezeptoren Reaktionen des Immunsystems und wirken entzündungshemmend. Auch wenn hier noch viel in der Forschung notwendig ist, weiß man mittlerweile, dass Entzündungen eine große Rolle bei Schmerzen und vielen anderen chronischen Erkrankungen spielen.

Cannabidiol CBD THC Formlen Hanfpflanzenstoff

 

III. Cannabinoide THC und CBD

ENDOGENE UND EXOGENE CANNABINOIDE

Cannabinoide, die an die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems andocken sind Moleküle, die als natürliche Botenstoffe mit dem Körper interagieren. Sie können endogen (körpereigen) und exogen (von außen zugeführt) sein.

Endogene Cannabinoide sind Botenstoffe, die vom eigenen Körper produziert und ausgeschüttet werden. Sie werden produziert, wenn sie benötigt werden und bauen sich durch Enzyme wieder ab. Die Endocannabinoide werden unter anderem aus Omega-3 und anderen körpereigenen ungesättigten Fettsäuren hergestellt. Durch die Fähigkeit des Körpers Cannabinoide selbst zu produzieren, hat jeder Mensch ein eigens „Level“ an endogenen Cannabinoiden. Das erklärt, dass exogene Cannabinoide bei jedem unterschiedlich wirken. Forscher gehen davon aus, dass bei bestimmten Krankheiten eine gewisse Unterfunktion der körpereigenen Cannabinoide - bzw. des Vermögens sie bei Bedarf - zu produzieren mitverantwortlich für die jeweilige Symptomatik ist.

Exogene Cannabinoide sind Botenstoffe, die von außen auf das Endocannabinoid-System wirken, bspw. Tetrahydrocannabiol (THC) und Cannabidiol (CBD). Werden Exogene Cannabinoide in das System aufgenommen, so interagieren sie mit dem Körper und lösen Reaktionen aus.

THC UND CBD

Die exogenen Cannabinoide CBD (Cannabidiol) und THC (Δ-9-Tetrahydrocannabinol) aktivieren das Endocannabinoid-System stärker als die endogenen (körpereigenen) Cannabinoide. Diese beiden Wirkstoffe der Hanfpflanze haben sehr unterschiedliche Anwendungsbereiche und wirken bei der Einnahme sehr unterschiedlich.

THC

THC hat eine psychoaktive und in hohen Dosen berauschende Wirkung. Das heißt, dass es das zentrale Nervensystem beeinflusst. Es aktiviert bewusst das Seelenleben, Verhalten und die Stimmung. THC wird aber auch in der Medizin mit entsprechendem Rezept v.a. in der Schmerztherapie eingesetzt. Medizinisch verwendet und gering dosiert macht es kaum „high“ oder „stoned“ sondern wird eingesetzt, um gezielt Symptome zu behandeln. Dabei wird THC u.a. schmerzlindernd, muskelentspannend, bei Störungen des Bewegungsapparats (bspw. Zittern), zur Minderung von Spastiken, gegen Übelkeit und Brechreiz sowie zur Hemmung der Magensäure-Produktion eingesetzt.

CBD

CBD ist der Antagonist, der Gegenpart, des THC. Während THC berauscht, wirkt CBD nicht berauschend, sondern gleicht eine Rauschwirkung aus. CBD wird eine entspannende, angstlösende, entzündungshemmende und beruhigende Wirkung nachgesagt. CBD setzt sich an verschiedene Rezeptoren an, sodass es das körpereigene System auf unterschiedlichen Ebenen unterstützen und in Balance bringen kann. Dementsprechend balanciert es auch die psychotrope Wirkung des THC aus, so dass man es verwendet um „wieder runterzukommen“. Allerdings ist es entscheidend dem Körper etwas Zeit zu geben, die externe Zufuhr von CBD zu verarbeiten. Je nach Konzentration kann es zwischen 10 und 30 Tage dauern, obwohl die meisten unmittelbar etwas merken. CBD-Öl hat vielfältige Wirkung, die von der Konzentration abhängt. In medizinischer Dosierung und Gebrauch wird es v.a. krampflösend, angstlösend, antidepressiv, antipsychotisch; entzündungshemmend und entspannend eingesetzt.

WEITERE CANNABINOIDE

Die moderne Forschung geht davon aus, dass die Cannabispflanze insgesamt über 140 Cannabinoide entwickelt. Die bekannteren sind CBC (Cannabichromen), das anti-inflammatorische (entzündungshemmende) und analgetische (schmerzlindernde) Wirkungen nachwies und CBG (Cannabigerol), das ebenfalls analgetische (schmerzlindernde) aber auch anti-depressive und anti-inflammatorische (entzündungshemmende) Wirkungen aufwies.

 

IV. TERPENE - ENTOURAGE EFFEKT

Terpene sind flüchtige, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die in Harzen und ätherischen Ölen vorkommen. Gemäß der biologischen Funktion von Terpenen dienen sie als Duft- bzw. Lockstoffe um bestimmte Insekten zur Bestäubung anzulocken oder die Pflanze vor Fressfeinden zu schützen. In der Cannabispflanze gibt es ca. 200 verschiedene Terpene, die ein eigenes pharmakologisches Potenzial haben. Terpene kommen in der Schale von Zitronen, im Hopfen, im Pfeffer, im Lavendel und in Piniennadeln vor. Auch pflanzliche Arzneimittelwirkungen basieren auf Terpenen. In der Kombination mit Cannabinoiden – insbesondere CBD und THC – erhöhen bzw. modifizieren Terpene die Wirkung der Cannabinoide, das bezeichnet man als Entourage Effekt. Oft ist diese Modifikation positiv (bessere Verträglichkeit, Reduzierung der Nebenwirkungen). Darüber hinaus sind sie für Aroma und den charakteristischen Geruch der Cannabisblüten verantwortlich. Die bekanntesten Terpene in der Cannabis Sativa Pflanze sind: Caryophyllen, Mycren, Limonen, Pinen, Linalool. Und auch wenn sie im Gegensatz zu THC und CBD im Promillebereich vorkommen spricht man ihnen eine Wirksamkeit bereits ab einer Konzentration von nur 0,05% zu.

 

V. Rechtslage von CBD in Deutschland

International ist eine große Euphorie um CBD entstanden, die sich quer durch die Gesellschaften zieht. Da CBD ein Bestandteil der Cannabis-Pflanze ist, die ja unter Umständen als Betäubungsmittel gilt (s.o.), fragen sich viele, ob CBD überhaupt legal ist.

CBD IST KEIN BETÄUBUNGSMITTEL

Im Gegensatz zu THC wirkt CBD nicht berauschend und ist daher kein Betäubungsmittel. Da aber beide Cannabinoide je nach Ausprägung in der Cannabispflanze (s.o. Medizinisches Cannabis und Nutzhanf) in unterschiedlicher Konzentration natürlich vorkommen, führt das immer wieder zu Fragen und Missverständnissen.

Das BtMG unterscheidet zwischen Cannabis zur medizinischen Verwendung und Cannabis, welches nicht verkehrsfähig oder nicht verschreibungsfähig ist. Für Nutzhanf sind jedoch Ausnahmeregelungen vorgesehen.

Cannabidiol (CBD, eines der Haupt-Cannabinoide der Cannabispflanze) ist als Reinstoff nicht dem BtMG unterstellt und somit kein Betäubungsmittel.

Wie vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) definiert, müssen CBD-haltige Produkte, die auf Basis von Cannabisextrakten hergestellt werden, aus zertifiziertem Saatgut (benannter Nutzhanf aus dem Anbau in Ländern der Europäischen Union) stammen oder den Gehalt an Δ-9-Tetrahydrocannabinol (THC) 0,2 % nicht übersteigen. Ein Missbrauch zu Rauschzwecken soll ausgeschlossen werden. Dem entsprechend sind freiverkäufliche Produkte mit einem höheren THC Gehalt als 0,2% in Deutschland nicht legal.

CBD & NOVEL FOOD

Nach der sogenannten Novel Food Verordnung dürfen “neuartige” Lebensmittel grundsätzlich nur dann verkauft werden, wenn diese durch ein langwieriges (und kostspieliges) Zulassungsverfahren zugelassen wurden. Neuartig heißt, dass ein Lebensmittel vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang in der EU für den menschlichen Verzehr verwendet wurde. Was genau Verzehr im “nennenswertem Umfang” bedeutet und ob das für Cannabis und CBD vorliegt ist sehr umstritten. 

Wir von CannRelief vertreiben grundsätzlich nur geprüfte und rechtssichere Produkte. Dementsprechend haben wir uns mit CBD auf den Kosmetikbereich konzentriert und bieten derzeit keine CBD haltigen Lebensmittel an. Insofern ist die Novel Food Verordnung auf unsere Produkte nicht anwendbar.

 

 

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